Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin
de K o g e n 's Sylvia,
mit meinen Geschichten rund um's Porzellan.
Liebe Leser,
bevor ich mich dem Leben und Hauptwerk von Hugo Meisel widme, möchte ich Ihnen zwei Porzellan Figuren der Wallendorfer Porzellanfabrik präsentieren, die Hugo Meisel in den letzten Jahren seines Wirkens noch in seinem Heimatbetrieb, der Wallendorfer Porzellanfabrik, hat ausfertigen lassen.
Die erste Figur ist ein Alpaka Schaf mit der Modell Nr. 1723 der Wallendorfer Porzellanfabrik der 1959er Jahre, die sich in der Kunstsammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) als eine von an die 100 Figuren angefunden hat, die die Wallendorfer Fabrik in den 60er Jahren dort schenkweise überlassen hat und welche im Jahre 2022 im Rahmen einer Kabinettausstellung "Figuren in Weiss" ans Tageslicht gekommen ist. Ein Foto der Figur ist dort eingestellt:
https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/museum-ausstellungen/sonderausstellungen/figuren-in-weiss/
Und die zweite Figur ist die nachfolgende, die ich für meine Sammlung erwerben konnte.
Hugo Meisel wurde in meinem Heimatort Lichte bei Wallendorf in Thüringen geboren. Er war das erste der sieben Kinder des Porzellanmalers und angesehenen Porzellanplattenmalers Otto Meisel und dessen Frau Emilie Meisel. Aus einer Porzellinerfamilie stammend, war er somit von klein auf mit dem Werkstoff Porzellan vertraut.
Von 1903(4) bis 1905(6) erhielt er an der Zeichen- und Modellierschule in Lichte seine Ausbildung als Modelleur und Bildhauer. Seine bildhauerische Ausbildung vertiefte der dann bei Otto Geyer in Berlin und später, 1918 bis 1920, noch einmal an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München.
Nach seiner Ausbildung war Hugo Meisel von 1906 bis 1909 zunächst in der Unterweissbacher Porzellanfabrik als Modelleur tätig und dann von 1909 bis 1937 war er als Modelleur an der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik in Volkstedt angestellt. Damit verbunden war auch seine Tätigkeit für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst.
Er wird von der Fachwelt als der talentierteste und vielseitigste Modelleur der Schwarzburger Werkstätten eingeschätzt.
Obwohl er im I. Weltkrieg seinen rechten Arm eingebüßt hatte, gelang es ihm danach weiter als Modelleur zu arbeiten.
In den Fokus der Öffentlichkeit rückte er als junger Künstler durch seine Mitarbeit an der Ausgestaltung des als Messehaus genutzten "Porzellan Palais" in Leipzig anlässlich der Leipziger Messe 1921 (siehe Artikel unten).
Von den Volkstedter Künstlern wurden in nur weinigen Monaten Tiergroßplastiken geschaffen, die ihresgleichen suchen.
Hervorzuheben sind hier Hugo Meisels große Tierstücke "Ente" und "Fisch", beides Stücke von 84 cm Höhe und die Fabeltiere "Spott" und "Untergang".
Von Hugo Meisel wurden desweiten die porzellanenen Plastiken "Gute Zeiten" und "Schlechte Zeiten", die Porzellanfigur "Gute Freunde" und die Gruppe "Anprobe" gestaltet.
Hugo Meisels Figuren für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH als Abteilung der Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG waren:
Kindestrost, Pierrot und Dame, Mohr mit Kuchentablett, Mohr mit Obstschale, Mohr mit Bratenschüssel, Mohr mit Fischtablett und Krug, Türkenpaar, Sultanin und Mohrenknabe, Reliefportrait einer Krankenschwester, Dame im Sommerwind, "Gute Freunde", Sitzender Jäger, Jäger, Die Furcht, Stehende Diana, Chinese liegend mit Pfeife, Obstdieb, Fischer, Am Wasser, Stehender Chinese, Tänzer mit Dreispitz, "In Erwartung", Arion, Tafelaufsatz mit Füllhörnern und Früchten.
Von 1950 bis 1958 war Hugo Meisel Direktor der Staatlichen Sammlungen auf der Heidecksburg in Rudolstadt.
zuerst das Original in weißem Porzellan in Unterweissbach gefertigt
Liebe Leser,
ja die vorstehende Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler hat ihren Siegeszug bei der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik angetreten. Sie stammt aus dem Jahr 1918/1919 und wurde in den Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten GmbH für Porzellankunst unter der Nummer 159 aufgenommen.
Was bisher nicht bekannt war, ist, dass sie noch sozusagen "Zwillingsschwestern" hatte, wie sich jetzt herausgestellt hat.
Eine von diesen "Zwillingsschwestern" ist die nachstehende Figur, die im Jahre 1925 mit der Modellnummer 533 in den Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten GmbH für Porzellankunst aufgenommen wurde. Diese wurde später ebenfalls, aber nicht so häufig bei der Volkstedter Porzellanfabrik ausgeformt, meist nur mit Spitzenbelag, mit dem sie kaum zu erkennen ist, siehe unten.
Und die dritte "Zwillingsschwester" ist ohne eine Modellnummer auszuweisen mit der Porzellanmarke der Firma Ernst Böhne Söhne in Rudolstadt am Boden der Figur gemarkt.
Wenn Sie auf meiner Seite über die Firma Ernst Bohne Söhne in Rudolstadt nachsehen, werden Sie verstehen, dass die Figur von Hugo Meisel so garnicht in das Produktionsprogramm der Firma passt. Dazu kommt noch, dass die Firma um 1918/1919 nicht mehr eigenständig war, sondern als Zweigniederlassung der Firma Gebrüder Heubach in Lichte geführt wurde. So habe ich auch noch einmal den Modellkatalog der Firma Gebrüder Heubach durchgesehen, aber dort auch nichts gefunden.
Es könnte auch noch sein, dass die häufigen Insolvenzen der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik dazu geführt haben, dass bestimmte Figuren in anderen Fabriken weiterproduziert wurden.
Aber es gibt noch eine bessere Erklärung und hier war es hilfreich, dass ich mir den Lebenslauf von Hugo Meisel noch einmal etwas genauer angesehen habe.
Hier also meine Überlegungen:
Als Hugo Meisel im September 1917 mit einem abgeschossenen rechten Arm aus dem Krieg zurückgekommen ist, war schon klar, dass es eine Weile dauern würde, bis er wieder arbeitsfähig war. Noch als normaler Modelleur in einem Porzellanbetrieb arbeiten zu können, war bestimmt gerade nicht denkbar. So hat er beschlossen, an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München Bildhauerei zu studieren und dies war in der Zeit von 1918 bis 1920. Das bedeutet, dass er, als die Porzellanfiguren der Fanny Elßer erschaffen wurden zum Studium in München weilte, so dass davon auszugehen ist, dass die Figuren im Rahmen und im Ergebnis dieses Studiums entstanden sind. Diese mussten nach seinem Modell aber auch noch in Porzellan ausgefertigt werden. Wie es aussieht, hat die Abteilung Schwarzburger Werkstätten der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik 1919 lediglich eine der drei Figuren in ihre Produktion und in den Modellnummernkatalog aufgenommen und die anderen beiden gleichartigen Figuren eben nicht, sich sozusagen die gängigste Figur ausgesucht hat.
So hat sich Hugo Meisel wohl weil er Geld für die Finanzierung seines Studiums gebraucht hat, mit der zweiten Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler an die Firma Ernst Böhne und Söhne gewandt, die die Figur zwar ausgefertigt, aber nicht in ihren Modellnummernkatalog aufgenommen hat, ggf. bedingt durch den Firmenwechsel.
Es könnte auch sein, dass es sich bei der zweiten Schwester um die unbekannte Figur von Hugo Meisel aus dem Jahre 1919 handelt, die mit der Modellnummer 242 ohne weitere Hinweise im Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten steht.
Die dritte der Schwestern bzw. dritte Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler wurde erst im Jahre 1925 in die Produktion bzw. den Modellnummernkatalog unter der Nr. 533 aufgenommen; lange nach der Zeit als Hugo Meisel wieder als Modelleur seine Tätigkeit bei der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik aufgenommen und dort seine wunderbaren Modelle für das Porzellanpalais in Leipzig geschaffen hatte...
Den beiden Schwestern war ein solch großer Erfolg nicht vergönnt; ein Glück, dass wir sie jetzt wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken konnten.
Die Fotos der zweiten Schwester sind jetzt auch eingestellt.
So wie vorsehend zu sehen wurde die Figur von Hugo Meisel bis zur Unkenntlichkeit mit Spitzengarnierung belegt bzw. verunstaltet und dieses Zitat habe ich dazu gefunden:
"Hugo Meisel setzte ihr 1913?? mit seiner Plastik ein wunderschönes Denkmal aus Porzellan. Seitdem gehört sie zu den Erfolgsformen der VOLKSTEDTER??. Bemerkenswert?? an dieser Figur ist die Original Thüringer Spitzengarnierung. Hätte man 1913?? diese Dekoration noch nicht gekannt, so hätte sie Hugo Meisel eigens für die Elßler erfinden müssen??."
- Die Figur wurde im Jahre 1919 in den Katalog der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst unter der Nummer 154 und 1925 unter der Nummer 533 aufgenommen -
Nur gut, dass Hugo Meisel nicht für die Spitzengarnierung verantwortlich ist, dafür war er als Bildhauer und Künstler ganz sicher nicht angetreten und dass seine wunderschöne Figur so vermarktet wurde, muss sicher sehr schmerzlich für ihn gewesen sein...
Leider musste sich die Porzellanindustrie zu allen Zeiten am Geschmack der Käuferschaft orientieren und die Versuche einen Wandel im Geschmack der Menschen herbeizuführen, waren zu allen Zeiten mühsam.
Bei allem Respekt für die Bildhauer- und Künstler - Porzellane der Unterweissbacher Werkstätten für Porzellankunst, der wirtschaftliche Erfolg blieb ihnen schon damals versagt, aber selbst heutzutage gehören sie sicher nicht zu den Porzellanen, die sich jedermann ins Wohnzimmer stellen würde.
Was allerdings die Spitzengarnierung betrifft, so mag sie für historische Figuren angemessen sein, solange man derartige Kleidung auch getragen hat. Aber spätestens mit den 1920er Jahren sollte sich doch die geänderte Mode in der Kleidung der Frauen auch bei den Porzellanfiguren widerspiegeln.
Liebe Leser, wie man auf dem vorstehenden Foto deutlich sehen kann, ist die kleinere Tänzerin in der Mitte aus einem andersfarbigen Porzellan als die linke Figur gefertigt; im Sonnenlicht wirkt das Porzellan der kleinen Figur viel heller klarer transparenter, im Lampenlicht wirkt der Ton allerdings etwas gräulich. Eine Heubach'sche Figur daneben gestellt, ist Ähnlichkeit aber auch nicht Identität zu erkennen (siehe meine Erläuterungen zur Herkunft und zeitliche Einordnung). Die linke Figur ist in eine Porzellan gefertigt, das mir etwas zu milchig weiß erscheint.
Diese Figur der Fanny Elssler ist nicht nur kleiner sondern auch wesentlich zarter gestaltet, ohne ein ausladendes Hinterteil. Am Sockel fehl der Perlrand, dafür hat die Tänzerin einen schönen Perlrand als Kette. Auch ist der Sockel bei dieser Figur besonders kunstvoll gestaltet mit Rosen auf dem Postament und einem schönen Schleifenelement; die Fußspitze berührt nicht wie bei den anderen beiden Varianten den Boden. Eben diese Gestaltungen und die sehr weit nach oben geführte Hand haben sicher dazu geführt, dass sie für die Serienproduktion abgewählt wurde.
Was Hugo Meisel mit dem Messe Porzellan-Palais in Leipzig in der Ritterstraße/Ecke Goethstraße verbindet, werden Sie nun von mir erfahren.
Ja, ich hatte verschiedentlich davon gehört, im Zusammenhang mit der Volkstedter Porzellanmanufaktur und in Verbindung mit Hugo Meisel und mit Arthur Storch. Und jetzt, da ich herausgefunden habe, um welches Gebäude es sich handelt, bin ich ganz aufgeregt und verblüfft zugleich...War ich also doch nicht ganz umsonst vier Jahre in Leipzig, um Sprachen zu studieren, die im Vereinigten Deutschland nicht mehr gebraucht wurden; ein ewiger Alptraum...Ich war dort, habe die Stadt kennengelernt, habe sie gelebt und bin mit ihr verbunden, auch wenn immer Wehmut mitschwingt...Das Haus Ritterstraße 26/Ecke Goethestraße - ich bin unzählige Male daran vorbeigegangen ohne zu wissen, was sich hinter der für Leipziger Verhältnisse eher "schlichten" Fassade verbirgt.
Erbaut um 1860/61 auf dem Grund und Boden der Universität Leipzig, deren Rektorposten der letzte sächsische König selbst innehatte, um der königlichen Familie ein angemessenes Quartier für ihre Aufenthalte in Leipzig zu bieten, war es als Königliches Palais bekannt geworden und wird auch heute bei wikipedia wieder unter diesem Stichwort geführt. So fiel das Palais bei Abdankung des Königs um 1919 an die Universität und musste einer neuen Nutzung zugeführt werden und das wurde es auch, es wurde früher in der Geschichte wie auch heute noch, das Rektorat der Universität: aber nicht sogleich...
Im Jahre 1919 wurde das Gebäude von der Bank für Keramische Industrie AG Dresden-Berlin, eine Gründung des Bankhauses Gebrüder Arnold in Dresden, angemietet, um eine für die damalige Zeit grandiose Idee zu verwirklichen - die Einrichtung des ersten Leipziger Branchenmessehauses - ein Messehaus, das nicht Aussteller verschiedenster Waren unter einem Dach vereinigte, sondern nur Waren einer einzigen Branche und es wurde ein Branchenmessehaus für Porzellane und Feinkeramik - das als "Porzellan-Palais Leipzig" in die Geschichte einging. Seine Eröffnung am 6. März 1921 war in aller Munde und entwickelte sich zu einer Sensation.
Es ist ein großes Glück, dass es aus genau dieser Zeit eine Abhandlung gibt, die archiviert und online einsehbar ist, so dass diese Zeit für uns erlebbar wird.
Was war nun das Besondere und Sensationelle und was hat dies alles mit Hugo Meisel zu tun, werden Sie fragen.
Ja, die Zeit für eine Wende in der Präsentation der Messemuster auf der Messe in Leipzig war herangereift. Es genügte nicht mehr, die Waren zu Hauf auf kleinstem Raum aufzutürmen und es dem Messebesucher zu überlassen, sich selbst zu orientieren, um das eine oder andere Stück zu finden... Und so entstand die Idee, die Messemuster einer bestimmten Branche in einer würdigen Umrahmung in Form einer exklusiven Ausstellung in historischem Ambiente zu präsentieren, wie wir es heutzutage für selbstverständlich erachten.
So hat der Konzern der Bank für keramische Industrie Dresden für die ihm angeschlossen fünf Großfirmen und weiteren vier Unterfirmen der Keramikbrache das vorstehend benannte Gebäude gemietet, um den Ausstellungsbetrieb für viele kommende Jahre auf hohem Niveau zu gewährleisten.
Zusammenfassend kann also gesagt werden: "Das Porzellan-Palais bedeutet den ersten Schritt zur Wiedererweckung des Schönen auf der Messe, den ersten Versuch, Geschmack, Kultur und Ruhe in den Meßbetrieb zu bringen." - wie es in der Abhandlung heißt.
Und es war die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG, die der Gestalter Professor Hans Poelzig mit der Fertigung der Gestaltungselemente beauftragte: Decken, Stand- und Wandleuchten aus Porzellan in fantasievollen Formen erhellten und beleuchteten die Räume auf drei Etagen, auf geschmackvollen Konsolen wurden riesige Tierplastiken präsentiert...
Und an dieser Stelle sind wir nun wieder bei Hugo Meisel angelangt, denn dieser hat gemeinsam mit Arthur Storch den Großteil dieser dekorativen Elemente und Plastiken geschaffen, wie auch aus der o.g. Abhandlung hervorgeht. Von Hugo Meisel sind die porzellanenen Plastiken "Gute Zeiten" und "Schlechte Zeiten" abgebildet. Einige der abgebildeten Porzellanfiguren der Schwarzburger Werkstätten sind nicht mit dem Künstler bezeichnet; eine davon konnte ich als Hugo Meisels Figur "Gute Freunde" identifizieren; eine weitere als die Gruppe "Anprobe".
Hugo Meisels Figuren für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH als Abteilung der Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG waren:
Kindestrost, Pierrot und Dame, Mohr mit Kuchentablett, Mohr mit Obstschale, Mohr mit Bratenschüssel, Mohr mit Fischtablett und Krug, Türkenpaar, Sultanin und Mohrenknabe, Reliefportrait einer Krankenschwester, Dame im Sommerwind, "Gute Freunde", Sitzender Jäger, Jäger, Die furcht, Stehende Diana, Chinese liegend mit Pfeife, Obstdieb, Fischer, Am Wasser, Stehender Chinese, Tänzer mit Dreispitz, "In Erwartung", Arion, Tafelaufsatz mit Füllhörnern und Früchten.
Zwei der nicht bezeichneten Figuren haben sich als Figuren von Gustav Oppel (siehe weiter unten) erwiesen: die Figur Redner und die Figurengruppe Die Geige, eine auf Sofa liegende Dame, der ein Jüngling am Kopfende sitzend die Geige vorspielt.
Das Porzellan-Palais beherbergte im ersten Stock die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG in Volkstedt mit den ihr angegliederten Firmen Eckert & Co. , Volkstedt, Dressel, Kister & Co., Passau, Porzellanfabrik Unterweissbach und die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH, Unterweissbach.
Den gesamten zweiten Stock belegte die C.M. Hutschenreuther mit ihrer Abteilung Malerei Dresden sowie Porzellanfabrik C. Tielsch & Co. AG und Triptis Aktiengesellschaft.
Im dritten Stock war die Ausstellung der Firma Max Rösler Feinsteingutfabrik AG, Rodach, untergebracht, die sich nochmals durch besondere keramische Gestaltungselemente auszeichnete.
Über all diese Firmen erfahren wir überdies, welche Produkte diese im Jahre 1921 in ihrem Produktionsprogramm hatten und wodurch sich die Firmen auszeichneten. Dies ist eine wahre Fundgrube, aus der wir noch eine Weile schöpfen können...
Die in dieser Zeit von Hugo Meisel und Arthur Storch geschaffenen Großplastiken bildeten einen Höhepunkt im Wirken der beiden Künstler und sie erhielten dafür große Anerkennung.
Gustav Albert Paul Oppel ist am 26.9.1891 als 7. Kind und 3. Sohn des aus Wallendorf stammenden Carl Louis Daniel Samuel Rinkard Oppel, geb. am 04.12.1850, Modelleur in Rudolstadt-Volkstedt, und seiner Frau Anna geb. Gitter aus Wallendorf in Rudolstadt-Volkstedt geboren, wie aus dem Taufregister der evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen für Rudolstadt-Volkstedt hervorgeht. Die älteste Schwester von Gustav Oppel, Pauline Meta Jenny Oppel, war als Patin genannt. Aus deren Heiratseintrag in Rudolstadt-Volkstedt geht hervor, dass sie am 27.02.1876 in Wallendorf geboren ist, was bedeutet, dass sicher auch die Hochzeit der Eltern noch dort stattfand. Hier gesucht und gefunden, die Hochzeit fand am 07.11.1875 in Wallendorf statt, der Vater wird im Heiratseintrag als Modelleur bezeichnet, geboren war er in dem Ort Scheibe (später Scheibe-Alsbach).
Figuren von Gustav Oppel, ausgestellt 1921 im Porzellan-Palais Leipzig, Branchenmessehaus:
Redner
Die Geige
Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin
de K o g e n 's Sylvia,
mit meinen Geschichten rund um's Porzellan.
Liebe Leser,
bevor ich mich dem Leben und Hauptwerk von Hugo Meisel widme, möchte ich Ihnen zwei Porzellan Figuren der Wallendorfer Porzellanfabrik präsentieren, die Hugo Meisel in den letzten Jahren seines Wirkens noch in seinem Heimatbetrieb, der Wallendorfer Porzellanfabrik, hat ausfertigen lassen.
Die erste Figur ist ein Alpaka Schaf mit der Modell Nr. 1723 der Wallendorfer Porzellanfabrik der 1959er Jahre, die sich in der Kunstsammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) als eine von an die 100 Figuren angefunden hat, die die Wallendorfer Fabrik in den 60er Jahren dort schenkweise überlassen hat und welche im Jahre 2022 im Rahmen einer Kabinettausstellung "Figuren in Weiss" ans Tageslicht gekommen ist. Ein Foto der Figur ist dort eingestellt:
https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/museum-ausstellungen/sonderausstellungen/figuren-in-weiss/
Und die zweite Figur ist die nachfolgende, die ich für meine Sammlung erwerben konnte.
Hugo Meisel wurde in meinem Heimatort Lichte bei Wallendorf in Thüringen geboren. Er war das erste der sieben Kinder des Porzellanmalers und angesehenen Porzellanplattenmalers Otto Meisel und dessen Frau Emilie Meisel. Aus einer Porzellinerfamilie stammend, war er somit von klein auf mit dem Werkstoff Porzellan vertraut.
Von 1903(4) bis 1905(6) erhielt er an der Zeichen- und Modellierschule in Lichte seine Ausbildung als Modelleur und Bildhauer. Seine bildhauerische Ausbildung vertiefte der dann bei Otto Geyer in Berlin und später, 1918 bis 1920, noch einmal an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München.
Nach seiner Ausbildung war Hugo Meisel von 1906 bis 1909 zunächst in der Unterweissbacher Porzellanfabrik als Modelleur tätig und dann von 1909 bis 1937 war er als Modelleur an der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik in Volkstedt angestellt. Damit verbunden war auch seine Tätigkeit für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst.
Er wird von der Fachwelt als der talentierteste und vielseitigste Modelleur der Schwarzburger Werkstätten eingeschätzt.
Obwohl er im I. Weltkrieg seinen rechten Arm eingebüßt hatte, gelang es ihm danach weiter als Modelleur zu arbeiten.
In den Fokus der Öffentlichkeit rückte er als junger Künstler durch seine Mitarbeit an der Ausgestaltung des als Messehaus genutzten "Porzellan Palais" in Leipzig anlässlich der Leipziger Messe 1921 (siehe Artikel unten).
Von den Volkstedter Künstlern wurden in nur weinigen Monaten Tiergroßplastiken geschaffen, die ihresgleichen suchen.
Hervorzuheben sind hier Hugo Meisels große Tierstücke "Ente" und "Fisch", beides Stücke von 84 cm Höhe und die Fabeltiere "Spott" und "Untergang".
Von Hugo Meisel wurden desweiten die porzellanenen Plastiken "Gute Zeiten" und "Schlechte Zeiten", die Porzellanfigur "Gute Freunde" und die Gruppe "Anprobe" gestaltet.
Hugo Meisels Figuren für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH als Abteilung der Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG waren:
Kindestrost, Pierrot und Dame, Mohr mit Kuchentablett, Mohr mit Obstschale, Mohr mit Bratenschüssel, Mohr mit Fischtablett und Krug, Türkenpaar, Sultanin und Mohrenknabe, Reliefportrait einer Krankenschwester, Dame im Sommerwind, "Gute Freunde", Sitzender Jäger, Jäger, Die Furcht, Stehende Diana, Chinese liegend mit Pfeife, Obstdieb, Fischer, Am Wasser, Stehender Chinese, Tänzer mit Dreispitz, "In Erwartung", Arion, Tafelaufsatz mit Füllhörnern und Früchten.
Von 1950 bis 1958 war Hugo Meisel Direktor der Staatlichen Sammlungen auf der Heidecksburg in Rudolstadt.
zuerst das Original in weißem Porzellan in Unterweissbach gefertigt
Liebe Leser,
ja die vorstehende Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler hat ihren Siegeszug bei der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik angetreten. Sie stammt aus dem Jahr 1918/1919 und wurde in den Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten GmbH für Porzellankunst unter der Nummer 159 aufgenommen.
Was bisher nicht bekannt war, ist, dass sie noch sozusagen "Zwillingsschwestern" hatte, wie sich jetzt herausgestellt hat.
Eine von diesen "Zwillingsschwestern" ist die nachstehende Figur, die im Jahre 1925 mit der Modellnummer 533 in den Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten GmbH für Porzellankunst aufgenommen wurde. Diese wurde später ebenfalls, aber nicht so häufig bei der Volkstedter Porzellanfabrik ausgeformt, meist nur mit Spitzenbelag, mit dem sie kaum zu erkennen ist, siehe unten.
Und die dritte "Zwillingsschwester" ist ohne eine Modellnummer auszuweisen mit der Porzellanmarke der Firma Ernst Böhne Söhne in Rudolstadt am Boden der Figur gemarkt.
Wenn Sie auf meiner Seite über die Firma Ernst Bohne Söhne in Rudolstadt nachsehen, werden Sie verstehen, dass die Figur von Hugo Meisel so garnicht in das Produktionsprogramm der Firma passt. Dazu kommt noch, dass die Firma um 1918/1919 nicht mehr eigenständig war, sondern als Zweigniederlassung der Firma Gebrüder Heubach in Lichte geführt wurde. So habe ich auch noch einmal den Modellkatalog der Firma Gebrüder Heubach durchgesehen, aber dort auch nichts gefunden.
Es könnte auch noch sein, dass die häufigen Insolvenzen der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik dazu geführt haben, dass bestimmte Figuren in anderen Fabriken weiterproduziert wurden.
Aber es gibt noch eine bessere Erklärung und hier war es hilfreich, dass ich mir den Lebenslauf von Hugo Meisel noch einmal etwas genauer angesehen habe.
Hier also meine Überlegungen:
Als Hugo Meisel im September 1917 mit einem abgeschossenen rechten Arm aus dem Krieg zurückgekommen ist, war schon klar, dass es eine Weile dauern würde, bis er wieder arbeitsfähig war. Noch als normaler Modelleur in einem Porzellanbetrieb arbeiten zu können, war bestimmt gerade nicht denkbar. So hat er beschlossen, an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München Bildhauerei zu studieren und dies war in der Zeit von 1918 bis 1920. Das bedeutet, dass er, als die Porzellanfiguren der Fanny Elßer erschaffen wurden zum Studium in München weilte, so dass davon auszugehen ist, dass die Figuren im Rahmen und im Ergebnis dieses Studiums entstanden sind. Diese mussten nach seinem Modell aber auch noch in Porzellan ausgefertigt werden. Wie es aussieht, hat die Abteilung Schwarzburger Werkstätten der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik 1919 lediglich eine der drei Figuren in ihre Produktion und in den Modellnummernkatalog aufgenommen und die anderen beiden gleichartigen Figuren eben nicht, sich sozusagen die gängigste Figur ausgesucht hat.
So hat sich Hugo Meisel wohl weil er Geld für die Finanzierung seines Studiums gebraucht hat, mit der zweiten Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler an die Firma Ernst Böhne und Söhne gewandt, die die Figur zwar ausgefertigt, aber nicht in ihren Modellnummernkatalog aufgenommen hat, ggf. bedingt durch den Firmenwechsel.
Es könnte auch sein, dass es sich bei der zweiten Schwester um die unbekannte Figur von Hugo Meisel aus dem Jahre 1919 handelt, die mit der Modellnummer 242 ohne weitere Hinweise im Modellnummernkatalog der Schwarzburger Werkstätten steht.
Die dritte der Schwestern bzw. dritte Ausführung der Porzellanfigur der Fanny Elßler wurde erst im Jahre 1925 in die Produktion bzw. den Modellnummernkatalog unter der Nr. 533 aufgenommen; lange nach der Zeit als Hugo Meisel wieder als Modelleur seine Tätigkeit bei der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik aufgenommen und dort seine wunderbaren Modelle für das Porzellanpalais in Leipzig geschaffen hatte...
Den beiden Schwestern war ein solch großer Erfolg nicht vergönnt; ein Glück, dass wir sie jetzt wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken konnten.
Die Fotos der zweiten Schwester sind jetzt auch eingestellt.
So wie vorsehend zu sehen wurde die Figur von Hugo Meisel bis zur Unkenntlichkeit mit Spitzengarnierung belegt bzw. verunstaltet und dieses Zitat habe ich dazu gefunden:
"Hugo Meisel setzte ihr 1913?? mit seiner Plastik ein wunderschönes Denkmal aus Porzellan. Seitdem gehört sie zu den Erfolgsformen der VOLKSTEDTER??. Bemerkenswert?? an dieser Figur ist die Original Thüringer Spitzengarnierung. Hätte man 1913?? diese Dekoration noch nicht gekannt, so hätte sie Hugo Meisel eigens für die Elßler erfinden müssen??."
- Die Figur wurde im Jahre 1919 in den Katalog der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst unter der Nummer 154 und 1925 unter der Nummer 533 aufgenommen -
Nur gut, dass Hugo Meisel nicht für die Spitzengarnierung verantwortlich ist, dafür war er als Bildhauer und Künstler ganz sicher nicht angetreten und dass seine wunderschöne Figur so vermarktet wurde, muss sicher sehr schmerzlich für ihn gewesen sein...
Leider musste sich die Porzellanindustrie zu allen Zeiten am Geschmack der Käuferschaft orientieren und die Versuche einen Wandel im Geschmack der Menschen herbeizuführen, waren zu allen Zeiten mühsam.
Bei allem Respekt für die Bildhauer- und Künstler - Porzellane der Unterweissbacher Werkstätten für Porzellankunst, der wirtschaftliche Erfolg blieb ihnen schon damals versagt, aber selbst heutzutage gehören sie sicher nicht zu den Porzellanen, die sich jedermann ins Wohnzimmer stellen würde.
Was allerdings die Spitzengarnierung betrifft, so mag sie für historische Figuren angemessen sein, solange man derartige Kleidung auch getragen hat. Aber spätestens mit den 1920er Jahren sollte sich doch die geänderte Mode in der Kleidung der Frauen auch bei den Porzellanfiguren widerspiegeln.
Liebe Leser, wie man auf dem vorstehenden Foto deutlich sehen kann, ist die kleinere Tänzerin in der Mitte aus einem andersfarbigen Porzellan als die linke Figur gefertigt; im Sonnenlicht wirkt das Porzellan der kleinen Figur viel heller klarer transparenter, im Lampenlicht wirkt der Ton allerdings etwas gräulich. Eine Heubach'sche Figur daneben gestellt, ist Ähnlichkeit aber auch nicht Identität zu erkennen (siehe meine Erläuterungen zur Herkunft und zeitliche Einordnung). Die linke Figur ist in eine Porzellan gefertigt, das mir etwas zu milchig weiß erscheint.
Diese Figur der Fanny Elssler ist nicht nur kleiner sondern auch wesentlich zarter gestaltet, ohne ein ausladendes Hinterteil. Am Sockel fehl der Perlrand, dafür hat die Tänzerin einen schönen Perlrand als Kette. Auch ist der Sockel bei dieser Figur besonders kunstvoll gestaltet mit Rosen auf dem Postament und einem schönen Schleifenelement; die Fußspitze berührt nicht wie bei den anderen beiden Varianten den Boden. Eben diese Gestaltungen und die sehr weit nach oben geführte Hand haben sicher dazu geführt, dass sie für die Serienproduktion abgewählt wurde.
Was Hugo Meisel mit dem Messe Porzellan-Palais in Leipzig in der Ritterstraße/Ecke Goethstraße verbindet, werden Sie nun von mir erfahren.
Ja, ich hatte verschiedentlich davon gehört, im Zusammenhang mit der Volkstedter Porzellanmanufaktur und in Verbindung mit Hugo Meisel und mit Arthur Storch. Und jetzt, da ich herausgefunden habe, um welches Gebäude es sich handelt, bin ich ganz aufgeregt und verblüfft zugleich...War ich also doch nicht ganz umsonst vier Jahre in Leipzig, um Sprachen zu studieren, die im Vereinigten Deutschland nicht mehr gebraucht wurden; ein ewiger Alptraum...Ich war dort, habe die Stadt kennengelernt, habe sie gelebt und bin mit ihr verbunden, auch wenn immer Wehmut mitschwingt...Das Haus Ritterstraße 26/Ecke Goethestraße - ich bin unzählige Male daran vorbeigegangen ohne zu wissen, was sich hinter der für Leipziger Verhältnisse eher "schlichten" Fassade verbirgt.
Erbaut um 1860/61 auf dem Grund und Boden der Universität Leipzig, deren Rektorposten der letzte sächsische König selbst innehatte, um der königlichen Familie ein angemessenes Quartier für ihre Aufenthalte in Leipzig zu bieten, war es als Königliches Palais bekannt geworden und wird auch heute bei wikipedia wieder unter diesem Stichwort geführt. So fiel das Palais bei Abdankung des Königs um 1919 an die Universität und musste einer neuen Nutzung zugeführt werden und das wurde es auch, es wurde früher in der Geschichte wie auch heute noch, das Rektorat der Universität: aber nicht sogleich...
Im Jahre 1919 wurde das Gebäude von der Bank für Keramische Industrie AG Dresden-Berlin, eine Gründung des Bankhauses Gebrüder Arnold in Dresden, angemietet, um eine für die damalige Zeit grandiose Idee zu verwirklichen - die Einrichtung des ersten Leipziger Branchenmessehauses - ein Messehaus, das nicht Aussteller verschiedenster Waren unter einem Dach vereinigte, sondern nur Waren einer einzigen Branche und es wurde ein Branchenmessehaus für Porzellane und Feinkeramik - das als "Porzellan-Palais Leipzig" in die Geschichte einging. Seine Eröffnung am 6. März 1921 war in aller Munde und entwickelte sich zu einer Sensation.
Es ist ein großes Glück, dass es aus genau dieser Zeit eine Abhandlung gibt, die archiviert und online einsehbar ist, so dass diese Zeit für uns erlebbar wird.
Was war nun das Besondere und Sensationelle und was hat dies alles mit Hugo Meisel zu tun, werden Sie fragen.
Ja, die Zeit für eine Wende in der Präsentation der Messemuster auf der Messe in Leipzig war herangereift. Es genügte nicht mehr, die Waren zu Hauf auf kleinstem Raum aufzutürmen und es dem Messebesucher zu überlassen, sich selbst zu orientieren, um das eine oder andere Stück zu finden... Und so entstand die Idee, die Messemuster einer bestimmten Branche in einer würdigen Umrahmung in Form einer exklusiven Ausstellung in historischem Ambiente zu präsentieren, wie wir es heutzutage für selbstverständlich erachten.
So hat der Konzern der Bank für keramische Industrie Dresden für die ihm angeschlossen fünf Großfirmen und weiteren vier Unterfirmen der Keramikbrache das vorstehend benannte Gebäude gemietet, um den Ausstellungsbetrieb für viele kommende Jahre auf hohem Niveau zu gewährleisten.
Zusammenfassend kann also gesagt werden: "Das Porzellan-Palais bedeutet den ersten Schritt zur Wiedererweckung des Schönen auf der Messe, den ersten Versuch, Geschmack, Kultur und Ruhe in den Meßbetrieb zu bringen." - wie es in der Abhandlung heißt.
Und es war die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG, die der Gestalter Professor Hans Poelzig mit der Fertigung der Gestaltungselemente beauftragte: Decken, Stand- und Wandleuchten aus Porzellan in fantasievollen Formen erhellten und beleuchteten die Räume auf drei Etagen, auf geschmackvollen Konsolen wurden riesige Tierplastiken präsentiert...
Und an dieser Stelle sind wir nun wieder bei Hugo Meisel angelangt, denn dieser hat gemeinsam mit Arthur Storch den Großteil dieser dekorativen Elemente und Plastiken geschaffen, wie auch aus der o.g. Abhandlung hervorgeht. Von Hugo Meisel sind die porzellanenen Plastiken "Gute Zeiten" und "Schlechte Zeiten" abgebildet. Einige der abgebildeten Porzellanfiguren der Schwarzburger Werkstätten sind nicht mit dem Künstler bezeichnet; eine davon konnte ich als Hugo Meisels Figur "Gute Freunde" identifizieren; eine weitere als die Gruppe "Anprobe".
Hugo Meisels Figuren für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH als Abteilung der Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG waren:
Kindestrost, Pierrot und Dame, Mohr mit Kuchentablett, Mohr mit Obstschale, Mohr mit Bratenschüssel, Mohr mit Fischtablett und Krug, Türkenpaar, Sultanin und Mohrenknabe, Reliefportrait einer Krankenschwester, Dame im Sommerwind, "Gute Freunde", Sitzender Jäger, Jäger, Die furcht, Stehende Diana, Chinese liegend mit Pfeife, Obstdieb, Fischer, Am Wasser, Stehender Chinese, Tänzer mit Dreispitz, "In Erwartung", Arion, Tafelaufsatz mit Füllhörnern und Früchten.
Zwei der nicht bezeichneten Figuren haben sich als Figuren von Gustav Oppel (siehe weiter unten) erwiesen: die Figur Redner und die Figurengruppe Die Geige, eine auf Sofa liegende Dame, der ein Jüngling am Kopfende sitzend die Geige vorspielt.
Das Porzellan-Palais beherbergte im ersten Stock die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG in Volkstedt mit den ihr angegliederten Firmen Eckert & Co. , Volkstedt, Dressel, Kister & Co., Passau, Porzellanfabrik Unterweissbach und die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH, Unterweissbach.
Den gesamten zweiten Stock belegte die C.M. Hutschenreuther mit ihrer Abteilung Malerei Dresden sowie Porzellanfabrik C. Tielsch & Co. AG und Triptis Aktiengesellschaft.
Im dritten Stock war die Ausstellung der Firma Max Rösler Feinsteingutfabrik AG, Rodach, untergebracht, die sich nochmals durch besondere keramische Gestaltungselemente auszeichnete.
Über all diese Firmen erfahren wir überdies, welche Produkte diese im Jahre 1921 in ihrem Produktionsprogramm hatten und wodurch sich die Firmen auszeichneten. Dies ist eine wahre Fundgrube, aus der wir noch eine Weile schöpfen können...
Die in dieser Zeit von Hugo Meisel und Arthur Storch geschaffenen Großplastiken bildeten einen Höhepunkt im Wirken der beiden Künstler und sie erhielten dafür große Anerkennung.
Gustav Albert Paul Oppel ist am 26.9.1891 als 7. Kind und 3. Sohn des aus Wallendorf stammenden Carl Louis Daniel Samuel Rinkard Oppel, geb. am 04.12.1850, Modelleur in Rudolstadt-Volkstedt, und seiner Frau Anna geb. Gitter aus Wallendorf in Rudolstadt-Volkstedt geboren, wie aus dem Taufregister der evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen für Rudolstadt-Volkstedt hervorgeht. Die älteste Schwester von Gustav Oppel, Pauline Meta Jenny Oppel, war als Patin genannt. Aus deren Heiratseintrag in Rudolstadt-Volkstedt geht hervor, dass sie am 27.02.1876 in Wallendorf geboren ist, was bedeutet, dass sicher auch die Hochzeit der Eltern noch dort stattfand. Hier gesucht und gefunden, die Hochzeit fand am 07.11.1875 in Wallendorf statt, der Vater wird im Heiratseintrag als Modelleur bezeichnet, geboren war er in dem Ort Scheibe (später Scheibe-Alsbach).
Figuren von Gustav Oppel, ausgestellt 1921 im Porzellan-Palais Leipzig, Branchenmessehaus:
Redner
Die Geige
Gustav Albert Paul Oppel ist am 26.9.1891 als 7. Kind und 3. Sohn des aus Wallendorf stammenden Carl Louis Daniel Samuel Rinkard Oppel, geb. am 04.12.1850, Modelleur in Rudolstadt-Volkstedt, und seiner Frau Anna geb. Gitter aus Wallendorf in Rudolstadt-Volkstedt geboren, wie aus dem Taufregister der evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen für Rudolstadt-Volkstedt hervorgeht. Die älteste Schwester von Gustav Oppel, Pauline Meta Jenny Oppel, war als Patin genannt. Aus deren Heiratseintrag in Rudolstadt-Volkstedt geht hervor, dass sie am 27.02.1876 in Wallendorf geboren ist, was bedeutet, dass sicher auch die Hochzeit der Eltern noch dort stattfand. Hier gesucht und gefunden, die Hochzeit fand am 07.11.1875 in Wallendorf statt, der Vater wird im Heiratseintrag als Modelleur bezeichnet, geboren war er in dem Ort Scheibe (später Scheibe-Alsbach).
Figuren von Gustav Oppel, ausgestellt 1921 im Porzellan-Palais Leipzig, Branchenmessehaus:
Redner
Die Geige