Vase mit schönem Ausbrenner-Dekor von Lichte Porzellan
Das vorstehende Gefäß (Suppenterrine) gehört nach Auskunft von Gerhard Nußmann zur Serie Riga, die neben einem Kaffee- und einem Mokkaservice auch ein Speiseservice umfasste. Die Formen wurden von Erich Leib entworfen. Das Geschirr wurde über einen Zeitraum von zwanzig Jahren, von 1970 bis 1990, hergestellt.
Bei der Golddekoration handelt es sich um ein werkseigenes Stempeldekor (Erläuterung weiter unten), das in Matt- und Glanzgold ausgeführt wurde.
Nachfolgend noch weitere Formen und Dekore.
Nebenan eine Terrine und ein Teller mit einem Dekor von Gerhard Nussmann.
In der nachfolgenden Galerie können Sie die Dekorentwürfe sehen, die Herr Nußmann dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.
Form Horst Fischer, Dekor Gerhard Nußmann
Für das Porzellanensemble "dezent" wurde dem VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte auf der Leipziger Herbstmesse 1986 eine Goldmedaille verliehen. Es handelt sich um eine elfteilige Zierserie, die im Design dem internationalen Trend entsprach, wie es in dem unten gezeigten Artikel heißt. Dieses Geschenkartikelsortiment wurde im Betriebsteil Piesau gefertigt. Wenn Sie auf meine Seite zu Piesau schauen, können Sie noch etwas mehr über die Entstehungsgeschichte von "dezent" erfahren.
Dieses gab es als Kaffeservice, Teeservice (s.u.) und Mokkaservice.
"Rostock" und "Riga" vereint in einem Design
vorstehend zwei Mokkatassen aus dem Service Riga mit bisher unbekanntem Dekor
Nachfolgend die Kannen in voller Schönheit und mit den kleinen Unterschieden, die Sie sicher gleich entdecken werden.
Mokkaservice der Serie Riga der Porzellanfabrik Lichte, zwischen 1950 und 1970 hergestellt.
Weitere Dekorvarianten
Eine Übersicht über weitere Dekore der Serie Riga finden Sie auf meiner Seite Dekore Riga.
Mokkaservice der Serie Pillnitz - Dekor 596
Wie Sie im Vergleich mit der nachfolgenden Dekorkarte sehen können, ist das Dekor etwas abgewandelt worden. Die Henkel und Sockel wurden voll in Gold ausgeführt. Da mutet es etwas unpassend an, dass lediglich die Schnepfe der Kanne weiß gelassen wurde.
Eine Übersicht über weitere Dekore der Serie Pillnitz finden Sie auf meiner Seite Dekore Pillnitz.
Ein weiteres Service des VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte
Ein Service des VEB Porzellanfabrik Lichte
Weitere Porzellane der Porzellanfabrik in Lichte
Ein Vasenmodell, das sowohl zu Zeiten der Gebrüder Heubach als auch nach 1945 in der Porzellanfabrik Lichte hergestellt wurde.
Vase mit Dekor von Gerhard Nussmann
Gebrüder Heubach und Porzellanfabrik Lichte, Handmalerei, Wiesengräser
teils Malernummer 51 für Heubach und Malernummer 31 für Lichte
weitere Modell dieses Dekors auf meiner Seite Heubach Galerie
Den vorstehenden Kaffeekern habe ich erworben, da die Kaffeekanne mit der Porzellanmarke der Porzellanfabrik Lichte gemarkt ist. Wie ich jedoch bei Erhalt festgestellt habe, sind der Sahnegießer und die Zuckerdose mit der Marke von Oskar Schlegelmilch Langewiesen bei Ilmenau gemarkt. Inwieweit es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fabriken gibt, muss ich erst noch herausfinden. Bei der Marke für Lichte handelt es sich jedenfalls um jene, die um 1970 eingeführt wurde, als der VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte gebildet wurde, so dass zu vermuten ist, dass auch die Oskar Schlegelmilch Langewiesen in diesen VEB einbezogen war.
Die Porzellanfabrik Oskar Schlegelmilch wurde 1872 in Langewiesen bei Ilmenau beschäftigte anfangs 200 später bis 500 Arbeiter und stellte Mokkatassen, Zierporzellan und Nippesartikel her. Der Betrieb wurde 1953 verstaatlicht und 1972 geschlossen. Die Mehrzahl der Arbeiter fand in der Porzellanfabrik Henneberg in Ilmenau Beschäftigung, was auch mit der Schließung der Porzellanfabrik Oskar Schlegelmilch beabsichtigt war, wie im Internet verlautbart.
Wenn Sie mehr über das Porzellan von Oskar Schlegelmilch Langewiesen erfahren möchten, kann ich auf den Internetauftritt der Helmut Arenz Kulturstiftung - Kulturfabrik - Ilmenau OT Langewiesen verweisen und gehe daher auf diese Porzellanfabrik auf meiner Webseite nicht näher ein.
Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin
de K o g e n 's Sylvia,
mit meinen Geschichten rund um's Porzellan.
Liebe Leser,
heute möchte ich Ihnen über das Thüringen - Atelier des VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte berichten und was daraus geworden ist.
Vorerst eine kleine Kostprobe an Porzellan, dessen Wiege das Thüringen - Atelier Lichte ist.
Und die Kostprobe ist brandneu und im Mai 2025 in die Sammlung eingegangen, das einzige Stück, das ich seit 2018 finden konnte:
Das Foto ist dem Buch von Ekkehard Kraemer: "Sächsisch-thüringisches Manufakturporzellan" entnommen.
Entdeckung: Die Künstlerin im Thüringen - Atelier beim Malen genau des Deckel der neuerlich erworbenen Dose.
Dieses Moccaservice der Serie Orient war bis zum Mai 2025 das einzige von mir gefundene Porzellanstück, bei dem auf dem Boden der Hinweis erfolgt ist, dass es im sogenannten "Thüringen - Atelier" entstanden ist.
Eine Kanne dieses Service ist auch im Hintergrund eines Fotos zu sehen, das Bestandteil eines Berichtes über das Thüringen - Atelier Lichte ist, der im Buch von Ekkehard Kraemer: "Sächsisch-thüringisches Manufakturporzellan" enthalten ist und dessen Inhalt ich nachfolgend verwende. Ergänzende Informationen habe ich von Gerhard Nußmann erhalten.
Das Thüringen - Atelier wurde im Jahre 1976 in Leben gerufen. Im Bereich der
Konsumgüter waren zu dieser Zeit die Nachfrage nach Produkten mit hohem Qualitätsstandard und Preisniveau und eine entsprechende Kaufkraft vorhanden. Unter der Vorgabe der Regierung, diese Nachfrage zu befriedigen, entstand auch das Thüringen - Atelier. Eine Handvoll auserlesener Künstler wurden angesprochen, während der Arbeitszeit und auch darüber hinaus Produkte für das Thüringen - Atelier bereitzustellen. Diese Porzellane wurden dann zur Leipziger Messe ausgestellt und konnten vom Handel geordert werden. Es handelte sich fast ausschließlich um handgemalte hochpreisige Porzellane.
In künstlerischer Sicht machte es sich das Thüringen-Atelier zur Aufgabe, die große Thüringer Porzellantradition zu pflegen und eine Synthese aus Überliefertem und heutigem Anspruch zu finden. Künstlerische Äußerungen vergangener Epochen auf Thüringer Porzellan wurden analysiert und wertvolle, zuweilen unterbrochene malerische Entwicklungslinien fortgeführt.
So nahm die Porzellanmalerei nach Vorlage alter Meister im Thüringen - Atelier einen hohen Stellenwert ein: Watteau- und Chodowiecki-Szenen, Veduten- und Landschaftsmalereien, Blumen, Blätter, Früchte, Gräser und Insekten in natürlicher oder dekorativer Auffassung.
Auch die Bemalung von Porzellanplatten wurde aufgegriffen und zu neuer Blüte geführt. Man nahm sich vor allem solcher Werke alter Meister an, "deren gefühlvolle Farbkontraste auf Porzellan besonders gut zur Geltung kommen."
Nachfolgend ein Porzellangemälde, eine Bildplatte von Gerhard Nußmann, die in die Zeit des Thüringen - Atelier fällt und daher nicht vom Maler signiert ist. Sie trägt keine Bodenmarke, da Herr Nußmann diese Porzellanplatte als Rohling selbst gefertigt hat. Es handelt sich um Johann Gottfried Herder nach dem Gemälde "Der junge Herder" von Anton Graff, 1785.
Wie Sie der vorstehenden Notiz entnehmen können, gab es für bestimmte Unikate des Thüringen - Atelier ein Zertifikat. Dieses können Sie nachfolgend sehen. Zu den Unikaten gehörten Porzellanbilder, Thüringer Vasen, Geschenkensembles und Mokkaservice.
Im Zertifikat heißt es: "Im "Thüringen - Atelier" unseres VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte kulminieren neue künstlerische Ideen und Potenzen. Mit den von namhaften Porzellanmodelleuren und -malern geschaffenen Exponaten des "Thüringen - Atelier" wird künstlerisches und handwerkliches Können entsprechend dem Zeitgeschmack thüringentypisch mit der Erfahrung vieler Porzellinergenerationen profiliert"
Neben der Bemalung von Porzellanplatten stand eine weitere Besonderheit im Interesse des Thüringen - Atelier:
die Thüringer Vase:
der Vasenkörper ist großzügig bemalt, Deckel und Henkel sind kunstvoll gestaltet und als Krönung auf dem Deckel präsentiert sich plastischer Schmuck.
Die Fotos entstammen dem Buch von Ekkehard Kraemer: "Sächsisch-thüringisches Manufakturporzellan".
Eng mit dem Thüringen Atelier verbunden waren unsere beiden bekannten Künstler Gottfried Stöhr und Gerhard Nußmann, die in enger künstlerischer Partnerschaft standen. Aber auch andere Künstler, wie Heinz Helk und seine Frau, Gerd Glage und Heinz Schneider waren für das Thüringen - Atelier tätig. Heinz Helk war zuständig für Bildplatten, Frau Helk, eine gelernte Malerin aus Meissen bemalte Gefäße (Pfauendekor des Services Orient). Das Ensemble Rauenstein hat Gerhard Nußmann dekoriert. Gerd Glage und Heinz Schneider führten ebenfalls hochwertige Handmalereien auf vorhandene Gefäße aus.
Gerhard Nußmann, der den Schriftzug des Thüringen-Atelier entworfen hatte und auch die entsprechenden Druckunterlagen noch besaß, hat mit dem Untergang der Porzellanindustrie in Lichte die Marke "Thüringen - Atelier" schützen und offiziell registrieren lassen. So lebt der Begriff des Thüringen - Atelier heute in der künstlerischen Tätigkeit von Gerhard Nußmann weiter.
Das Frühstücksensemble Alt-Rauenstein mit einem Dekor von Gerhard Nußmann ist ebenfalls im Rahmen der Arbeit des Thüringen - Atelier entstanden.
Das war es wieder einmal von
Ihrer Sylvia D. geb. Koge