Eugen Dotterweich, Modelleur aus Neuhaus

               Porzellan - Geschichte(n)

 

Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin

 de  K o g e n 's  Sylvia,

mit meinen Geschichten rund um Kunst und Porzellan in Thüringen

 

Eugen Dotterweich, Modelleur, Neuhaus

Eugen Dotterweich, Modelleur der Kunstabteilung Wallendorf der Fraureuth AG

 

Liebe Leser,

 

Über Eugen Dotterweich, unseren Porzellan Modelleur aus Neuhaus wollte ich Ihnen schon vor zehn Jahren berichten und ich hatte bereits Kontakt zu seiner Schwiegertochter aufgenommen, die mir Unterlagen zur Verfügung stellen wollte, aber dazu ist es nicht mehr gekommen, meine Post kam wenige Tage später ungeöffnet zurück, so dass mein Vorhaben im Sande stecken geblieben ist. Und auf diese Weise ist auch nichts über unseren Porzellan Modelleur bekannt und der Nachwelt überliefert worden, was wir nicht bereits wussten...

 

Und was wir bereits wussten ist, dass er ab 1919 als Porzellan Modelleur für die Porzellanfabrik Fraureuth am Standort von deren Kunstabteilung in Wallendorf tätig und hier auch zum Künstlerteam der Eigenen Werkstatt E.W. gehörte. Nach Fraas soll er bereits ab 1914 für die Fraureuther Fabrik tätig gewesen sein. Nach dem Konkurs von Fraureuth war er für die Porzellanfabrik Wagner & Apel in Lippelsdorf tätig. Auch von dort habe ich leider keine Informationen über Eugen Dotterweich erhalten; aber trotzdem dasjenige am Ende der Seite herausgefunden.

 

Seine Vase mit der Modellnummer 1115, mit der er vor allem bekannt wurde, konnte ich nun erwerben. Es gab die Vase in drei Größen: 17, 21 und 25 cm und es gab die Vase auch als Lampenfuß. Die Vase von Eugen Dotterweich ist in vielen Dekorvarianten ausgeführt und hergestellt worden.

 

Dekorvarianten: 14/695; 16/63, 239, 292, U-Boot, Entwurf: Clemens Seidel, 16/293; 17/36; 19/695, 696, 893, 931, 932; 20/129, 190, 224, 256, 257, 258, 259, 265, 267, 547.

 

"Ganz den Gestaltungsprinzipien des geometrischen Jugendstils folgend, baut Dotterweich die auf drei Beinen stehende schlanke Zylindervase auf streng geometrischen Grundformen wie dem Kreis, dem Zylinder und dem Rechteck auf. Allein 26 unterschiedliche Dekore sind bei den untersuchten Exemplaren dieser in drei unterschiedlichen Größen produzierten Vasenform und der Variante als Lampenfuß aufgetaucht. Es dominieren florale Motive, die meist realistisch, aber auch stilisiert wiedergegeben werden. Teilweise erscheinen daneben Insekten- und Vogelmotive in kleinen Reserven und werden von vollflächigem Fond gerahmt. Lit.: frdl. Mitteilung Gottfried Dürr, 11.8.2000; ThStA247.5, S. 37, ThStA247.7, S. 126, 182. Eugen Dotterweich" (so aus dem Künstlerverzeichnis bei Fraas zitiert).

 

Hier sehen wir die Vase von Eugen Dotterweich in kobaltblauer Ausführung mit ovalen Reserven, die mit handgemalten Blumenarrangements auf weißem porzellanenem Hintergrund ausgefüllt sind. Es handelt sich um das Dekor Nr. 16/293: "Meissner Blumen-Medaillons".

  

Eugen Dotterweich, Künstler der E.W. der Kunstabteilung Wallendorf der Fraureuth AG

Wohnsitz Igelshieb/Neuhaus Mitglied des Deutschen Werkmeisterverbandes, Düsseldorf, Geschäftsstelle Erfurt

  

Das zweite Modell mit dem Eugen Dotterweich bekannt wurde, ist das "Mädchen auf Kissen", eine Porzellanfigur, die um 1923 während seiner Zeit des Wirkens in der Eigenen Werkstatt E.W. in Wallendorf entstanden ist. Diese Figur wurde in zwei Dekorvarianten angeboten:

die Dekorvariante 23/386 (Fraureuther Rot) und die Dekorvariante 23/498 (Unterglasur blau, grau, braun). Sie ist auf dem Sockel signiert mit E. Dotterweich.

 

Eugen Dotterweich, Modelleur in Lippelsdorf bei Wagner & Apel

 

In einem Interneteintrag heißt es, dass der wachsende Erfolg des nach dem Ausscheiden von Leube gerade erst in Wagner & Apel umbenannten Unternehmens um 1901 neben den von Wagner geliebten Tierfiguren in erster Linie von denjenigen Figuren (niedlige kleine Kinderfiguren) gekommen ist, die Eugen Dotterweich gestaltet hat und die auf Zeichnungen der  beliebten Kinderbuchillustratoren Hilla Peyk und Fr. Bertram, München basierten, von denen vor allem deren Ansichtskarten der Nachwelt erhalten geblieben sind. Diese Figurenserie wird auch die Bertram-Serie genannt und die Figuren sind mit der Wagner& Apel Marke und dem Wort Bertram am Boden der Figur gekennzeichnet.

 

Dies bedeutet, dass Eugen Dotterweich um diese Zeit, also auch bereits vor seiner Zeit für die Fraureuth AG dort bei der Firma Wagner & Apel in Lippelsdorf beschäftigt war.

 

Und bald können wir eine Figur der Bertram Serie von Modelleur Eugen Dotterweich hier anschauen...jetzt ist sie eingestellt.