Porzellan - Geschichte(n)
Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin
de K o g e n 's Sylvia,
mit meinen Geschichten rund um Kunst und Porzellan in Thüringen
Die Figur der "Baigneuse" von Falconet
Figur des Bildhauers Étiene Maurice Falconet (1714-1791)
Liebe Leser,
heute bin ich durch ein Angebot im Internet auf eine Figur aufmerksam geworden, die auch in der Porzellanfabrik Gebrüder Heubach in Lichte ausgeformt wurde.
Es handelt sich um eine Figur des Bildhauers Étiene Maurice Falconet (1714-1791), der diese als Skulptur in Marmor schuf mit dem Titel "Baigneuse" (Badende).
Sie entstand um 1750, als Falconet Hofbildhauer des Königs Ludwig XV. war und er dessen Mätresse so lebensnah modellierte, dass diese Skulptur einen Skandal hervorrief. Heute gehört die in Marmor ausgeführte Statue zu den großen Kunstschätzen des Louvre in Paris.
Als Falconet Modellmeister in der Porzellanmanufaktur von Sèvres war (1757-1766), ging er dazu über, seine Großplastiken in verkleinerter Größe und Form in Biskuitporzellan zu reproduzieren, so auch die "Baigneuse". Fast einhundert Jahre nach seinem Tode, im Jahre 1853, wurde die "Baigneuse" in Sèvres erneut in zwei Größen hergestellt.
Im Jahre 1909/1910 kam es auch im Hause Gebrüder Heubach in Lichte zu einer Ausformung der "Baigneuse" und diese erhielt in der Liste der Modellnummern die Modellnummer 6872. Da sich hinter der Modellnummer ein Schrägstrich und die Ziffer 8 befindet, heißt dies, dass sie in 8 Größen angeboten wurde. Dies ist nicht nur durch den Modellnummernkatalog nachgewiesen, es gab auch eine Abbildung in den Velhagen und Klasings Monatsheften, 1910/1911, 1. Bd. S. 639.
Die "Baigneuse von Falconet" war ein äußert beliebtes Objekt der Nachformung in Deutschland und auch darüber hinaus, wie zum Beispiel bei der Royal Dux in Böhmen, wo sie für ihre Niederlassung in Deutschland (grüne Stempelmarke "k 2,3 Royal Dux Deutschland") eine fünfstellige Modellnummer (I 3334) erhalten hat.
Wirklich Authentisches über den Begründer der Royal Dux Bohemia, Porzellan-, Majolika-, Fayence- und Terracotta-Fabrik im Jahre 1860, Eduard Eichler, der neben dieser Fabrik auch eine Porzellanfabrik in Schelten in Böhmen betrieben und dort in Böhmen meinen Ururgroßvater Friedrich (Wilhelm) Koge, Sohn des (Friedrich) Heinrich Koge, beide aus Hundisburg / Althaldensleben in Preußen und aus der Porzellanfabrik des Johann Gottlob Nathusius kommend, beschäftigt hat und denjenigen Eduard Eichler, der Pate bei der Geburt meines Urgroßvaters Friedrich Koge in Schelten gewesen ist, erfahren Sie auf meiner Seite über die Familie Koge, der Koge-Page. Und es würde mich nicht wundern, wenn die Idee, die Figur der Badenden im Hause Heubach 1909/1910 nachzuformen, von meinem Urgroßvater Friedrich Koge, dem "Alten Koge" aus Böhmen ins Haus Heubach nach Lichte getragen wurde, wohin er aus Böhmen kommend, vielleicht via Royal Dux Deutschland, ausgewandert war.
Und so wie viele Heubach'sche Biskuitfiguren nicht am Boden, sondern im Sockelbereich der Rückseite der Figur mit der Pressmarke und/oder der Modellnummer gekennzeichnet sind, so könnten Sie, liebe Händler auch mit Blick auf den Sockelbereich der Rückseite Ihrer "Baigneuse" erkennen, ob es sich um eine "echte Baigneuse" handelt, denn dort ist sie entweder mit der Signatur von Falconet oder der Pressmarke oder gestempelten Marke von Sèvres versehen und dann hätten Sie mal einen echten Glückstreffer gelandet.
Übrigens gab es noch andere Bildhauer, die auch Figuren mit dem beliebten Motiv einer Badenden modelliert haben, die dann auch in Porzellan ausgefertigt wurden. Frau Fraas hat diesem Thema eine ganze Seite in ihrem Fraureut'schen Standardwerk gewidmet. Dort können Sie, liebe Leser, bei Interesse nachschauen.
Die Figur des Bildhauers Étiene Maurice Falconet (1714-1791) aus dem Jahre 1750 kann auch heute noch als zeitlos schön den Betrachter entzücken, gleichwohl ob sie in Bronze, Marmor, Alabaster oder Porzellan ausgeführt ist.
Das war es wieder einmal von
Ihrer Porzelline de Dietrich









