Porzellan - Geschichte(n)
Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin
de K o g e n 's Sylvia,
mit meinen Geschichten rund um's Porzellan.
Fraureuther Weihnachtsteller - Fraureuth Christmas Plates
Weihnachtsteller der Porzellanfabrik Fraureuth
Liebe Leser meiner Webseite,
zunächst wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen
eine glückliche und erfüllte Weihnachtszeit!
Auch in diesem Jahr widme ich mich natürlich wieder den Weihnachtstellern der Porzellanfabriken.
Und ich habe Neuigkeiten für Sie - ein Artikel aus einer alten Fundstelle hat mich bewogen, die Informationen über die Weihnachtsteller der Porzellanfabrik Fraureuth AG und ihrer Kunstabteilung in Wallendorf für alle Interessenten nach und nach aufzubereiten...
"Daneben die "Weihnacht" in moderner Auffassung, harmonisch verkörpert durch die warmen Töne der mehrfarbigen Unterglasurmalerei. Lichterglänzend in der Mitte des Tisches der brennende Weihnachtsbaum. Die Dame des Hauses damit beschäftigt, die letzte Kerze zu entzünden. Davor ein von der Pracht des strahlenden Baumes entzücktes und jubelndes Kinderpaar. Das ganze umrahmt von einem Kranz goldener Sterne. Ein Weihnachtsmotiv von seltener Wirkung."
Anmerkung: der Kranz goldener Sterne ist auf dem vorstehenden Teller nicht vorhanden; aber auf der Werbekarte gibt es ihn.
Aus dem gefundenen Artikel geht hervor, dass die Weihnachtsteller der Porzellanfabrik Fraureuth für das Jahr 1919 von W. Scheide entworfen wurden, dessen Name wohl bisher nicht bekannt war. Frau Fraas hat jedenfalls in ihrem Buch über die Weihnachtsteller des Jahres 1919 nichts geschrieben.
"Stimmungsvoll sind auch die Motive für die beiden diesjährigen Weihnachtsteller, hergestellt in Unterglasur-Handmalerei nach den Entwürfen von W. Scheide:
Weit sind die Tore der mächtigen gotischen Kirche geöffnet. Weihevoll legt sich die andachtsvolle Stimmung der Gemeinde auf uns. Wir glauben die überzeugenden Worte des Priesters zu hören: "Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen".
"Daneben die "Weihnacht" in moderner Auffassung, harmonisch verkörpert durch die warmen Töne der mehrfarbigen Unterglasurmalerei. Lichterglänzend in der Mitte des Tisches der brennende Weihnachtsbaum. Die Dame des Hauses damit beschäftigt, die letzte Kerze zu entzünden. Davor ein von der Pracht des strahlenden Baumes entzücktes und jubelndes Kinderpaar. Das ganze umrahmt von einem Kranz goldener Sterne. Ein Weihnachtsmotiv von seltener Wirkung."
Demnach handelt es sich bei den beiden nachfolgend gezeigten Weihnachtstellern um die beiden (einzigen) Weihnachtsteller für das Jahr 1919.
In dieser Form als Klappkarte und Drucksache versandt, wurden die Teller potentiellen Kunden angeboten.
der Fraureuther Weihnachtsteller von 1919: "Weihnacht"
Sicher haben Sie auch den Unterschied in der Farblichkeit zwischen der Karte und dem Porzellanteller bemerkt, ja die Farben des Tellers wirken blasser, es sind ja auch Unterglasurfarben, die nicht ein so grosses Farbspektrum aufweisen wie die Aufglasurfarben. Aber ich kann Ihnen versichern, dass die Farben des Tellers in natura noch einmal viel schöner erscheinen als auf der Postkarte; das gesamte Farbspektrum der Unterglasurfarben ist ausgeschöpft. Wahre Meister der Unterglasurmalerei haben diese Teller geschaffen und spätestens ab 1919 wurden sie von den Malern der Unterglasurabteilung in Wallendorf gemalt, die sich nachfolgend sehen können:
Der Weihnachtsteller für das Jahr 1915 trägt das Motto "Ehre sei Gott in der Höhe" und wurde von Clemens Seidel gestaltet.
Der Weihnachtsteller für das Jahr 1916 trägt das Motto "Stille Nacht, heilige Nacht und wurde von Max Münch entworfen.
Die Weihnachtsteller für das Jahr 1921: "Dame am Weihnachtsbaum", "Winterlandschaft" und "Verlobung unterm Mistelzweig" sind aus Werbeanzeigen bestens bekannt und auch im Handel am häufigsten anzutreffen.
der Fraureuther Weihnachtsteller von 1921: "Dame am Weihnachtsbaum"
Werbeanzeige aus "Die Woche" 23.1921, H. 41-50
der Fraureuther Weihnachtsteller von 1921: "Verlobung unterm Mistelzweig"
Nun, wir kennen jetzt die Weihnachtsteller der Jahre 1915, 1916, 1919 und 1921. Es fehlen noch die Jahre 1917, 1918, 1920, 1922 bis 1926.
1915: "Ehre sei Gott in der Höhe" - Clemens Seidel
1916: "Stille Nacht, heilige Nacht" - Max Münch
1917:
1918:
1919: "Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" (gotische Kirche) sowie "Weihnacht" (Mutter und Kinder am Weihnachtsbaum) von W. Scheide
1920:
1921: "Dame am Weihnachtsbaum", "Winterlandschaft" und "Verlobung unterm Mistelzweig"
Da wäre dann noch der Teller mit großem Weihnachtsmadonna ohne Jahresangabe, siehe unten.
Und noch drei Weihnachtsteller sind durch einen Prospekt bekannt geworden, aus dem leider das Jahr der Weihnacht nicht hervorgeht und dies sind die Teller:
"Waldwinter",
"Am vereisten Bach" und
"Weihnacht"
Nachfolgend eine Abbildung des Tellers "Weihnacht".
Auf dem nachfolgenden Foto sind drei Weihnachtsteller abgebildet, von denen der linke Teller im Buch von Frau Fraas zwar abgebildet, aber nicht beschrieben ist.
Vielleicht kann ich ja nach und nach noch mehr über die Fraureuther Weihnachtsteller für uns herausfinden. Jetzt muss die Porzellanforschung aber erst einmal für eine Weile weihnachtsbedingt ruhen...
Ihre Weihnachtsfee


















