Käthe Schmid-Burgk, Bildhauerin, Weimar

               Porzellan - Geschichte(n)

 

Da bin ich wieder für Sie, Ihre Porzellan-Reporterin

 de  K o g e n 's  Sylvia,

mit meinen Geschichten rund um's Porzellan.


Bildhauerin Käthe Schmid-Burgk Weimar

Anna Elisabeth Katharina Schmid, geb. am 05.03.1890 in Neustadt an der Orla

Das neuerdings im Internet benannte Sterbedatum und der Sterbeort von Käthe Morokutti geb. Schmidt-Burgk konnte durch die zuständigen Personenstandsämter in Österreich nicht bestätigt werden.

 

 

Über eine Tänzerin, die die Modellnummer 11112 trägt und in das Jahr 1923/24 eingeordnet wird, schreibt Frau Lekebusch, dass diese wohl zu einer ganzen "Kollektion kleine Tänzerinnen - russisches Ballett" gehört, die Käthe Schmid-Burgk für die Firma Gebrüder Heubach entworfen hat.

 

Über die Kollektion kleiner Tänzerinnen - russisches Ballett" konnte ich trotz intensiver Suchaktionen leider nichts weiter herausfinden. 

 

Aber dafür habe ich eine Überraschung der besonderen Art für uns und das ist der Erwerb einer dieser kleinen Tänzerinnen mit der Modellnummer 11112 und zwar jetzt, Ende Februar 2026. 

 

Käthe Schmid-Burgk und ihre Porzellanfiguren für die Firma Gebrüder Heubach in Lichte

BalletTänzerin, Käthe Schmid-Burgk, Porzellanfigur der Firma Gebrüder Heubach Lichte, Modell Nr. 11122

Käthe Morocutti geb. Schmid-Burgk -                                                          Impressionistische Malerin im Lavanttal

Für die  Verwendung des scans durch Interessenten ist die Entrichtung einer Gebühr von 35,00 € bei der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien vorausgesetzt.

  

Liebe Leser,

 

jetzt ist es mir doch noch gelungen, Lebensdaten der Künstlerin Käthe Schmid-Burgk ausfindig zu machen und so ist die Freude darüber rießengroß und ich hoffe, damit der Nachwelt gedient zu haben und auch dem Ansehen der Künstlerin, der Bildhauerin Käthe Schmid-Burgk in Weimar, verheiratete Morocutti.

  

Dies alles habe ich vom 25. bis 27. Juli 2025 herausgefunden:

 

Geboren wurde Käthe Schmid-Burgk als Anna Elisabeth Katharina Schmid am 05.03.1890 in Neustadt an der Orla als Tochter des Geheimen Oberregierungsrates Dr. Jur. Johannes Otto Schmid, verstorben als Schmid-Burgk in Weimar am 02.02.1911 und dessen Ehefrau Maria Elisabeth geb. Schmid, verstorben in Weimar am 22.11.1922. Bei ihrem Versterben haben sie in der Lisztstraße 35 gewohnt und hießen Schmid-Burgk. Dies bedeutet, dass der Zusatz Burgk im Namen erst später dazu erworben wurde und zwar zwischen 1890 und 1910; wie ich jetzt herausfand am 08.10.1907.

 

Aus den Sterbeeinträgen geht hervor, dass Käthe noch zwei Geschwister hatte, deren Geburt ich erst einmal nicht finden konnte, da ich in den Jahren soweit nicht zurückgeschaut hatte. Fündig wurde ich dann erst einmal im Einwohnerbuch der Stadt Weimar für das Jahr 1926. Dort waren für die Lisztstraße 35 noch die Klavierlehrerin Eva Schmid-Burgk und der Ministerialrat a.D. Gerhard Schmid-Burgk (Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft "Obere Saale") als Mieter eingetragen.

 

Und unsere Käthe Schmid-Burgk hat 1926 natürlich auch dort gewohnt und wird als Malerin bezeichnet.

 

Die vorgenannten Eva und Gerhard könnten die Geschwister von Käthe Schmid-Burgk gewesen sein. So, nun habe ich auch deren Geburt gefunden und bestätigt bekommen. Der Bruder Otto Reinhold Gerhard Schmid ist als 1. Kind der Eltern am 08.07.1879 in Weimar geboren. Das 2. Kind war Klara Auguste Gabriela Eva Schmid und ist am 04.08.1885 in Neustadt an der Orla geboren und zwar in der Bahnhofstraße Nr. 74 B.

 

Die verschiedenen Geburtsorte sind wie folgt zu erklären: Die Mutter der Kinder stammte aus Weimar und hat dort ihren Mann kennengelernt, hier habe ich auch deren Hochzeitseintrag gefunden und zwar war dies bereits der 08.10.1878. Der 1. Sohn ist dann 1879 in Weimar geboren. Später verzog die Familie nach Neustadt Orla, wo im Jahre 1885 die Tochter Eva Schmid und im Jahre 1890 die Tochter Käthe Schmid geboren wurde.

 

Die Familie Schmid wohnte im Jahre 1885 in der Bahnhofstraße Nr. 74 B in Neustadt an der Orla, am 5. Mai 1888  im neuen Bezirksdirektionsgebäude in der Karl-August-Straße und im Jahre 1890 in der Bahnhofstraße 83 B.

 

Stand 10.10.2025: Im Jahre 1894 wurde der Vater nach Weimar ins ?Ministerium versetzt und so zog die Familie nach Weimar. Käthe besuchte und absolvierte das Sophienstift. Von Mai 1906 bis 1907 verbrachte sie in der ?? Diakonissenanstalt in Florenz. In Florenz erhielt sie auch privaten Zeichen- und Malunterricht. Zurück in Weimar war sie seit Ostern 1907 in der Privatfortbildungsklasse von Professor Hugo Flintzer in der Großherzoglichen Zeichenschule. 1909 wandte sich der Vater in einem Schreiben an die Großherzogliche Zeichenschule und beantragte die Aufnahme seiner Tochter zum Studium mit der Bitte, diese in die Aktzeichenklasse aufzunehmen. Diesem Aufnahmeantrag verdanken wir die heute gefundenen Angaben über das frühe Leben von Käthe Schmid-Burgk. Sie wurde natürlich zum Studium aufgenommen, im ersten Semester in die Aktzeichenklasse, im zweiten Semester in die Naturschule bei Professor Max Thedy, wenn ich die Unterlagen richtig verstehe. Begleitend erhielt sie ab 1909 auch noch eine bildhauerische Ausbildung bei Professor Richard Engelmann, die sie 1916 nochmals erneuerte.

 

Die Möglichkeit einer bildhauerischen Ausbildung im Rahmen der Kunstausbildung war eine Besonderheit der künstlerischen Ausbildung in Weimar; die Bildhauerschule/das Bildhaueratelier wurde im Jahre 1905 eröffnet. Die Bildhauerschule soll sich erst unter Richard Engelmann (1868-1966) erfolgreich entwickelt haben, der im Jahre 1913 zum Leiter der Schule berufen wurde. 1930 wurde Richard Engelmann aufgrund seines jüdischen Glaubens aus dem Amt entfernt.

 

Erst im Jahre 1910, zum 50-jährigen Jubiläum der Großherzoglichen Kunstschule wurde die Schule in den Rang einer Hochschule erhoben und erhielt die Bezeichnung: Großherzogliche Sächsische Hochschule für Bildende Kunst Weimar.

 

Weimar war übrigens auch Vorreiter bei der Zulassung von Frauen zum Kunststudium. Unter dem neuen Direktor der Großherzoglichen Kunstschule Weimar, Hans Olde, der im April 1902 sein Amt antrat, wurden ab dem Jahre 1902 Deutschlandweit erstmals Frauen zum Kunststudium zugelassen wurden. Auch die Reformen zum Lehrplan waren sein Verdienst. Danach mussten die Kunststudenten zunächst ein Jahr lang die "Naturklasse" besuchen. Diese umfasste Aktzeichnen, Zeichnen nach antiken Vorlagen sowie von Tieren und Pflanzen bevor sie sich dann für einen Professor und dessen Kunstrichtung entschieden.

 

Aus den nachfolgenden Schriften gehen weitere Informationen über Käthe Schmidt-Burgk an der Hochschule in Weimar hervor. 1916 hat sie um Aufnahme in die Klasse von Prof. Engelmann ersucht unter Verweis darauf, dass es sich um eine Wiederaufnahme handelt, da sie bereits 1911 und 1912 bei Fritz Mackensen (1866-1953) Schülerin war. Im Sommersemester 1916 hat sie eine Belobigung erhalten und im Sommersemester 1917 hat die Hochschule ein Portrait von ihr angekauft. Im Sommersemester 1918 erhielt sie ein Diplom für Modellieren. 

 

Aus den Bauhausprotokollen geht hervor, dass sie seit Januar 1909 Schüler war und 1920 im Alter von 30 Jahren als Atelierinhaberin gemeinsam mit Herbert Schmidt-Schaller schriftlich befragt werden sollte, ob sie Wert darauf legen, in der Schülerliste stehen zu bleiben und dass sie im bejahenden Fall verpflichtet sind, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen. Wenn ich es richtig lese, hat Käthe im Dezember 1920 mitgeteilt, dass es ihr schon im laufenden Semester aufgrund von eigener Krankheit und der ihrer Mutter, die sie allein betreute, nicht möglich war, am Unterricht teilzunehmen und es ihr auch zu diesem Zeitpunkt nicht regelmäßig möglich war und man sie als Schülerin streichen sollte. Im letzten Semester 1920 hat sie noch einmal an dem Analyse Kurs von Prof. Itten teilgenommen und auch keine Korrektur in Anspruch genommen, so dass sie um Erlass des Schulgeldes ersucht hat.

 

Käthe Schmid-Burgk verließ die Großherzoglichen Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst, ab 1919 Staatliches Bauhaus Weimar im Jahre 1919/1920.

 

 

Am 26. Februar 1929 hat Käthe Schmid-Burgk geheiratet und zwar zu Hause in der Lisztstraße 35 II in Weimar, wo sie durch den Herrn Oberpfarrer Töllden aus Apolda getraut wurde. Bei ihrem Ehemann handelt es sich um Marcellus Domminicus Konrad Morocutti, katholischer Religion, geb. am 15.01.1894 zu Judenburg in der Steiermark als Sohn des Oberlandesgerichtsrats Max August Franz Morocutti, verstorben in Wien und dessen Ehefrau Karoline Thekla Franziska geb. Baucalari daselbst.

 

Die Trauung 1929 im Hause könnte bedeuten, dass Käthe bereits hochschwanger war. Leider sind die Geburten für die Jahre 1929 im Archiv nicht registriert, so dass ich leider nicht herausfinden konnte, ob Käthe Kinder geboren hat und wie viele. Jedenfalls war sie bei der Trauung bereits 39 Jahre alt und hatte nicht mehr so viel Zeit Kinder zu bekommen.

 

Auch ist mir nicht verständlich, wo sie doch eine so lange Schaffensphase in Weimar als Bildhauerin/Malerin? hatte (1912-1929), wieso keine ihrer Werke bekannt sind. Da der Vater im Jahre 1911 mit dem Namen Schmid-Burgk verstorben ist, hieß sie bereits Schmid-Burgk. Oder war sie etwa vorrangig als Entwerferin für Porzellanfiguren für die Firma Gebrüder Heubach in Lichte tätig??, siehe weiter unten.

 

Für die Lisztstraße 35 in Weimar, hier hat sie bereits 1929 gewohnt, war Käthe Morocutti auch noch 1936 im Einwohnerbuch der Stadt Weimar registriert. Bedeutet dies, dass der Mann bereits verstorben war?? in den Jahren von 1929 bis 1936 habe ich keine toten Morocuttis in Weimar gefunden. 

 

Auch im Jahre 1939/40 war Käthe Morocutti noch im Einwohnerbuch von Weimar verzeichnet, immer noch für die Lisztstraße 35.

 

 

Im Jahre 1945 hat sie in der Kärtner Illustrierten Zeitung (I. 57) als Frau und Künstlerin einen Artikel veröffentlicht. Dies könnte bedeuten, dass die Familie Weimar verlassen hat in Richtung der Heimat des Ehemannes, der dann wahrscheinlich noch gelebt hat.

  

Warum ich überhaut nach ihr gesucht habe, nun ja, Käthe Schmid-Burgk verh. Morocutti hat in den Jahren 1922/1923 nachweislich Porzellan Figuren für die Firma Gebrüder Heubach in Lichte entworfen, diese auch teilweise signiert und niemand wusste wirklich etwas über diese Bildhauerin/Malerin /Künstlerin zu berichten.

 

Porzellan Figur der Firma Gebrüder Heubach Lichte,  Modellnummer 10984 von Käthe Schmid-Burgk, 1922/23

 

wunderbar schlichte und anmutige Mädchenfigur mit goldener Kugel und Frosch mit goldener Krone aus der Kunstabteilung der Firma Gebrüder Heubach in Lichte, Gestalt aus dem Märchen "Froschkönig" der Gebrüder Grimm. Die Figur trägt die Künstler Signatur Schmid-Burgk - siehe auch die Neuerwerbung am Ende des Blogs.

 

Käthe Schmid-Burgk hat für die Firma Gebrüder Heubach neben der vorn gezeigten Figur noch weitere Figuren entworfen, beispielsweise Mädchen und Junge mit Schildkröte mit der Modellnummer 10940, Junge mit Küken mit der Modellnummer 10945 und Carnevalgruppe mit der Nr. 10980. Desweiteren die Figuren Mädchen mit Puppe und Junge mit Spielzeugente, deren Modellnummern nicht bekannt ist. Diese werden alle in die Jahre 1922/1923 datiert. 

 

Die vorstehend abgebildete Figur ist äußerst selten anzutreffen. Frau Lekebusch hat sie im Jahre 2005 nicht gekannt und konnte sie daher in ihrem Buch nicht erwähnen und würdigen, ebenso wie die nachstehende Figur Mädchen und Junge mit Schildkröte.

 

Über eine Tänzerin, die die Modellnummer 11112 trägt und in das Jahr 1923/24 eingeordnet wird schreibt Frau Lekebusch, dass diese wohl zu einer ganzen "Kollektion kleine Tänzerinnen - russisches Ballett" gehört, die Käthe Schmid-Burgk für die Firma Gebrüder Heubach entworfen hat.

 

Über die Kollektion kleiner Tänzerinnen - russisches Ballett" konnte ich trotz intensiver Suchaktionen leider nichts weiter herausfinden. 

 

Aber dafür habe ich eine Überraschung der besonderen Art für uns und das ist der Erwerb einer dieser kleinen Tänzerinnen mit der Modellnummer 11112.

 

Und jetzt sind die Fotos am Anfang des blogs eingestellt.

 

 

Käthe Schmid-Burgk hat für die Firma Gebrüder Heubach neben den vorn gezeigten Figuren noch weitere Figuren entworfen, dies sind:

 

- Mädchen und Junge mit Schildkröte mit der Modellnummer 10940,

- Junge mit Küken mit der Modellnummer 10945 und

- Carnevalgruppe mit der Modellnummer 10980,

desweiteren die Figuren

- Mädchen mit Puppe und

- Junge mit Spielzeugente,

deren Modellnummern nicht bekannt ist.

 

Alle vorgenannten Figuren werden in die Jahre 1922/1923 datiert.

  

Auch ein Parfümverdunster mit Tänzerin der Serie Aladin mit der Modellnummer 13679 aus den Jahren 1928/30 soll von Käthe Schmid-Burgk stammen.

 

Dies zeigt, dass die Künstlerin über viele Jahre hinweg Entwürfe für die Firma Gebrüder Heubach gefertigt hat.

Vielleicht werden ja noch weitere Figuren entdeckt, in die Ihr Namenszug eingeprägt ist, denn vermutlich sind ihr auch mehrere bereits bekannte unsignierte Objekte zuzuordnen, etwa alle Märchenfiguren der Firma Gebrüder Heubach in Lichte??

 

In der Zeitschrift "Die Schaulade deutscher Wert- und Kunstarbeit" Jahrgang 1925 Heft 1 sind drei Plastiken abgebildet, die von Käthe Schmid-Burgk in Weimar entworfen und in der Porzellanfabrik Gebrüder Heubach gefertigt wurden. Auszug: "zusammenzutragen und hier zu zeigen, sich sehr wohl verlohnt. In den drei Plastiken der Porzellanfabrik Gebrüder Heubach A.-G., Lichte bei Wallendorf i. Thür. hat fraulich-mütterliche Sehnsucht sich ein Kind, sich ihr Kind geschaffen. Die Darstellung kindlichen Seins und kindlicher Freude ist diesen Schöpfungen der Bildhauerin Käthe Schmid-Burgk, Weimar, Zweck der Erschaffung".

 

Und diese drei Plastiken sind die Figuren "Junge mit Spielzeugente", "Mädchen mit Puppe" und "Junge mit Küken", letztere Figur mit der Modellnummer 10945. 

 

Käthe Morocutti - Impressionistische Malerin im Lavanttal

Für die  Verwendung des scans durch Interessenten ist die Entrichtung einer Gebühr von 35,00 € bei der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien vorausgesetzt.

Liebe Leser,

 

wie oben bereits vermutet, hat die Familie Morocutti Weimar verlassen und ist in die Heimat des Ehemannes, nach Kärnten in Österreich, gegangen, wie ich nun herausgefunden habe. Das ist gut, sie haben weitergelebt und Käthe Morocutti konnte noch weiter als Künstlerin arbeiten, wie Sie weiter sehen werden, nur zu einer für die Kunst zu schwierigen Zeit und eben nicht lange genug, um sich auch hier einen Namen zu machen.

 

Es ist mir gelungen, den oben benannten Artikel in der Kärtner Illustrierten Zeitung (I. 57) auf dem Jahre 1945 einzusehen - eine Sensation...die Künstlerin ist dort sogar abgebildet, dass heißt erst einmal nur von hinten in einem weißen Malerkittel und dann doch noch...ihr Spiegelbild neben einem von ihr gefertigten Portrait eines Mannes (ihr Ehemann?) und weiter unten, das Portrait eines Mädchens (ihrer Tochter?), was wir jedoch nicht erfahren. 

 

Dies ist es nun, was wir über die Künstlerin aus dem vorstehenden Artikel von Kabath-Tschebull, einer Autorin der Kärntner Illustrierten Zeitung zu dieser Zeit erfahren:

 

"Die Gattin eines Teilhabers des Preblauer Sauerbrunn (Vermarktung eines basischen Mineralwassers aus einer Quelle bei dem Ort Prebl im Lavanttal in Kärnten, Österreich - meine Anmerkung), Käthe Morocutti, ist bereits seit vielen Jahren im Lavanttal als Porträtistin tätig. Sie gehört zu den wenigen Malerinnen, die, unbeirrt von den wechselnden Kunstrichtungen und Umstürzen ihrer Zeit, an ihrer Art festgehalten hat.

 

Aus ihren Bildern spricht die Ehrfurcht vor der Natur durch die Ehrlichkeit der Wiedergabe. Besonderes Eingehen auf das Wesen und die Eigenart eines Menschen in Verbindung mit den lebhaften Farben vermitteln uns das Charakteristische ihrer Kunst. So ist es nicht erstaunlich, daß ihre große Bewunderung den alten Meistern, den großen französischen Impressionisten und einige Malern der Berliner Sezession wie Trübner, Corinth und Liebermann gilt. 

 

Frau Morocutti studierte an der Weimarer Kunstakademie, an der Staatlichen Akademie für bildende Künste in Berlin und war Privatschülerin des berühmten Impressionisten Lovis Corinth.

 

Auch war sie jahrelang für die Porzellanindustrie als Bildhauerin tätig."

 

Und am gleichen Tag mit dem Artikel hat sich auch die wunderbare Figur von Käthe Schmidt-Burgk später verehelichte Morocutti für die Firma Gebrüder Heubach in Lichte, meinem Heimatort,  bei mir eingefunden, sehen Sie selbst. Die Signatur der Künstlerin ist zwischen Frosch und Fuß noch leicht zu erkennen

 

 

Jetzt, wo wir erfahren haben, dass Käthe Schmid-Burgk in Berlin sogar Privatschülerin des berühmten Impressionisten Lovis Corinth war, zu seinen "Malweibern" gehört hat und als Impressionistin Teil der Berliner Secession war, ist es umso unverständlicher, dass so Garnichts über diese Künstlerin und ihre Werke verlautbart, dabei haben sich doch schon Scharen von Kunsthistorikern mit diesem Thema beschäftigt, Vorträge gehalten und Ausstellungen organisiert. 

 

Übrigens habe ich auch die Schülerlisten der Staatlichen Akademie für bildende Künste in Berlin von 1918 bis 1924 durchsucht und dort nicht unsere Käthe Schmidt-Burgk gefunden.

 

Auch in den wenigen Ausstellungskatalogen der Berliner Secession, die online einsehbar waren, habe ich keine Werke von Käthe Schmid-Burgk gefunden. 

 

 

Am Ende meines Blogs und der Geschichte kommt nun leider auch das Ende der Morocuttis. Sie sind in Prebl (Preblau) verstorben, wie ich aus dem Index der Sterbematrikel für Prebl entnehmen konnte; dies trifft jedenfalls für den Ehemann zu.

 

Glücklicherweise hat sich durch Einsicht in das Sterbebuch herausgesellt, dass die am 23. Mai 1952 verstorbene Karoline Morocutti nicht unsere Käthe (Katharina) Morocutti war, sondern ihr Schwiegermutter, Hofratswitwe seit 1919, geb. am 17.01.1874, verstorben im Alter von 78 Jahren. Der Vater von Marcellus, der Oberlandesgerichtsrat Max August Franz Morocutti, ist in Wien verstorben und zwar bereits im Jahre 1919.

 

Der Ehemann unserer Käthe, Marcellus Morokutti, verstarb zwanzig Jahre später am 15. Januar 1972 in Klagenfurt. Ich konnte durch Anfrage beim Standesamt Klagenfurt am Wörthersee noch herausfinden, dass unsere Käthe Morocutti zum Zeitpunkt des Todes ihres Mannes bereits verstorben war.

 

Und was ist nun mit unserer Käthe, wie lange hat sie wohl noch gelebt??. Einen weiteren Sterbeeintrag für Morocutti in Prebl hatte ich ja nicht gefunden...

 

Das neuerdings im Internet benannte Sterbedatum und der Sterbeort von Käthe Schmidt-Burgk konnte durch die zuständigen Personenstandsämter in Österreich nicht bestätigt werden.

 

Heute, am 18.11.2025 sind neue Informationen eingetroffen: Auch im Stadtarchiv in Weimar sind keine Geburten von Käthe Morocutti verzeichnet und ebenso kein Sterbeeintrag. Dafür wurde mir der standesamtliche Heiratseintrag kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Als Trauzeuge war ihr Bruder, der Ministerialrat Gerhard Schmid-Burgk, 49 Jahre alt, wohnhaft in Weimar, zugegen. Als weitere Zeugin war die 65 Jahre alte Geheimratswitwe Gabriela Schlomka geb. Schmid, ebenfalls wohnhaft in Weimar, wohl eine Schwester des Vaters, anwesend. Unsere Käthe Morocutti wird im Heiratseintrag als Bildhauerin bezeichnet.

 

Und nun nimmt die Geschichte noch eine ganz andere Wende:

 

Es hat sich ein Eintrag des Ehemannes Marcel Morocutti (er war zu diesem Zeitpunkt 65jährig) in den Einwanderungskarten für das Jahr 1959 für Rio de Janeiro, Brasilien gefunden; er wird dort als verheiratet bezeichnet. Das würde bedeuten, dass Käthe Morocutti zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat, aber nicht mit ausgewandert ist oder früher oder später???

 

Und es hat sich noch ein Bruder von Marcellus Morocutti angefunden, Edmont Morocutti. Über ihn und seine Frau werde ich morgen berichten.

 

...

Es gab in Judenburg, dem Geburtsort von Marcellus Morokutti, wo die Familie Am Platz 3 gewohnt hat, noch einen weiteren Morokutti, der am 26.09.1893 verstorben ist und dies war der Gasthaus- und Badehausbesitzer Vincenz Morokutti, der im Oberweg wohnte.